Stolberg, 08.02.17+++In Deutschland sterben pro Jahr ca. 900.000 Menschen und ca. 2-4 Millionen Menschen sind als nächste Angehörige von einer Trauer- und Verlusterfahrung betroffen.

(Trauernde haben noch keine Gesetzesgrundlage!)

„Der Umgang mit Sterben und Trauer ist aber ein Thema, das in die Mitte der Gesellschaft gehört“, sagt Prof. Hans Christof Müller-Busch, ehem. Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Veronika Schönhofer-Nellessen, Leiterin der organisierenden Servicestelle Hospiz für die Städteregion Aachen, ergänzt: „Das neue Hospiz- und Palliativgesetz nimmt die Regelversorgung wie Krankenhäuser und Altenheime sowie den ambulanten Bereich in den Blick und schafft größere Möglichkeiten, auch die ländlichen Regionen zu stärken. Das ist ein großer Fortschritt.“

Trotzdem: Ist der Angehörige gestorben und war er vorher vielleicht ein jahrelanger Pflegefall zuhause, bleibt seine Familie im Anschluss in der Trauerarbeit allein. Meist fällt sie in ein großes Loch, ein Vakuum, in dem man starr vor Entsetzen ob der neuen Lebenssituation und der Lücke, die der Verstorbene gerissen hat, einsam und traurig bleibt.

Warum gibt es noch keine Maßnahme, dass Kassen „präventive Trauerarbeit“ für die Angehörigen anbieten?+++

Quelle: 106. Aachener Hospizgespräch.