Ludwigshafen, 20.02.18 +++Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, gab heute den Auftakt mit der Pressekonferenz der Stiftung Lebensblicke für den Darmkrebsmonat März.

Riemann: „Die Erfolge sind beachtlich, mehr als 180.000 Darmkrebsneuerkrankungen wurden verhindert, über 40.000 Darmkrebserkrankungen konnten im Frühstadium erkannt werden und waren damit heilbar! Darmkrebs ist heute kein Tabu-Thema mehr, sondern man spricht darüber.“

Deutschland hat mit dem Stuhltest und der Darmspiegelung europaweit eines der besten Früherkennungsprogramme. Dennoch sind weitere Verbesserungen vom opportunistischen Screening zu einem bundesweiten bevölkerungsbezogenen Einladungsverfahren vorgesehen. Der bisherige Guajak-Stuhl-Test ist vom immunologischen Stuhltest wegen seiner deutlich besseren Treffsicherheit abgelöst worden.

Wussten Sie, dass Fettsucht ein eigenständiger Risikofaktor für Darmkrebs ist...?

Die Flexibilisierung der Altersgrenzen wird den Zugang zur Darmkrebsprävention für Risikogruppen, in Zukunft wohl auch für Männer erleichtern. Gerade für die „Vorsorgemuffel“ Männer muss man sich allerdings etwas einfallen lassen – einen „gender-spezifischen Zugang“, der sie schon früher anspricht, sagte Riemann. Dabei sieht er Hausärzte als „Weichensteller“.

Wurden Sie denn schon mal in puncto Darmkrebsvorsorge vom Hausarzt angesprochen?+++

Jutta Steinruck, Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen, erklärte: „Da mir meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Herzen liegen, werde ich im Darmkrebsmonat März die Teilnahme an einem anonymen Test anbieten. Begleitend werde ich die Mittel der internen Kommunikation nutzen, um das Projekt zu bewerben.“

Sie hofft, dass das leuchtende Vorbild eines Test auch Freunde und Angehörige positiv dazu motiviert, zum Nachahmer zu werden – nach dem Motto wie Dr. von Hirschhausen es schon zusammengefasst hat: „Bring Licht dorthin, wo die Sonne nicht scheint.“ Frau Steinruck hat 4.000 Mitarbeiter und hält die Primärprävention zu Recht für außerordentlich wichtig.

Prof. Hermann Brenner, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Leiter der Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung, äußerte sich zu den immunologischen Stuhltests: Seit dem 01.04.2017 haben die immunologischen Stuhltests die bisherigen chemischen Tests im gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramm in Deutschland abgelöst. Sie sind einfacher in der Handhabung (einfache hygienische Probengewinnung mit einem gebrauchsfertigen Probengewinnungsset, Probengewinnung aus nur einem Stuhlgang) und entdecken Darmkrebs sehr viel zuverlässiger als die herkömmlichen Tests (80% der Darmkrebse werden entdeckt). Der frühzeitig eingesetzte Stuhltest kann die Sterblichkeit an Darmkrebs um 30% verringern.

Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin Rheinland-Pfalz/Saarland der Barmer Krankenkasse: „Angesichts des demografischen Wandels steht Deutschland vor wachsenden Herausforderungen in der Krebsbekämpfung. Wird Darmkrebs früh entdeckt, beträgt die Heilungschance etwa 90%. Dennoch scheuen viele Menschen, besonders Männer, die Darmkrebsvorsorge. Das muss sich ändern. Wie wichtig ein Einladungs- und Informationssystem für Versicherte wäre, zeigt die Studie INELDA, die die Stiftung LebensBlicke, die Universität Mannheim und die BARMER konzipiert haben. Bei der Studie wurde geprüft, wie wirksam ein Einladungsschreiben zur Darmkrebsfrüherkennung ist. Die Studie zeigt nach Auswertung der Daten von knapp 50.000 Versicherten, dass persönliche Einladungen ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Inanspruchnahme der Darmkrebsprävention sind.“

Jonathan Zelter, Singer und Songwriter und Newcomer des Jahres 2016 (ZDF/Carmen Nebel): „Vermeiden statt leiden! Ich finde es wichtig, dass man die Chancen nutzt, sich aktiv dem Darmkrebs entgegenzustellen. Es gibt zum Glück die Möglichkeit zur Vorsorge. Auch bewusste Ernährung bereits ab dem Kleinkindalter kann vor allem bei erblicher oder gesundheitlicher Vorbelastung dazu beitragen, das Risiko einer Erkrankung zu minimieren oder sogar zu vermeiden. Damit möglichst viele davon erfahren, unterstütze ich gerne mit meiner Band das Benefizkonzert am 17. März in Ludwigshafen. Wir freuen uns darauf, an diesem Tag das Leben mit Euch zu feiern!“

Quelle: Pressekonferenz der Stiftung Lebensblicke zum Auftakt des Darmkrebsmonat März (namo)