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Mannheim, 22.10.2021+++Vom 07. bis 08. Oktober 2021 fand das 25. Henning Symposium in Mannheim zum Thema „Schilddrüsenknoten und Schilddrüsenkarzinom“ statt.

Den bundesweit größten Schilddrüsenkongress richtete die Sektion Schilddrüse der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in Zusammenarbeit mit weiteren Fachgesellschaften sowie Sanofi-Aventis Deutschland GmbH aus.

„Schilddrüsenknoten sind in Deutschland weiterhin sehr häufig“, betonte Tagungspräsident Univ.-Prof. Dr. med. habil. Michael Kreißl. „Sie stellen eine diagnostische und therapeutische Herausforderung dar.“ Umso vielversprechender seien hier neue Entwicklungen wie der 3D-Ultraschall, die gezielte molekular systemische Therapie oder die neue S3-Leitlinie „Schilddrüsenkarzinom“. Insbesondere auf dem Gebiet der Knotenabklärung und der spezifischen Behandlung ließen sich so Fortschritte erzielen.

Ein generelles Screening auf Schilddrüsenkarzinome, besonders im Alter, da hier die Inzidenz für knotige Veränderungen bei beiden Geschlechtern zunimmt, empfahl Prof. Dr. med. Jörg Bojunga allerdings nicht.

„Screeningprogramme führten zum Beispiel in Korea und den USA zu einer circa 15-fachen Zunahme von Schilddrüsenmalignomen, meist papilläre Mikrokarzinome. Durch die ansteigende Zahl von Schilddrüsenoperationen nahm entsprechend die Anzahl operativer Komplikationen zu“, erklärte Prof. Bojunga. „Die Mortalität bei diesen Malignomen hingegen blieb unverändert, eine typische Konstellation für eine Überdiagnostik.“ Klassifizierungssysteme wie TI-RADS verbessern hingegen die Diagnosen und schneiden besser ab als individuelle Einschätzungen von Experten.

 „Der supplementäre Einsatz von maschinellem Lernen und KI wird künftig die Diagnostik weiter verbessern“, schloss der Endokrinologe. „In Deutschland sind die hauptsächlichen Promotoren von Knoten in der Schilddrüse Jodmangel und genetische Faktoren“, erklärte Dr. med. Christian Vorländer, endokriner Chirurg. Die zuvor erwähnten Verfahren, inklusive Klassifizierungssystemen, könnten die meisten Gewebeveränderungen gut stratifizieren. Trotz der steten technischen Weiterentwicklung sei die sorgfältig indizierte Schilddrüsenchirurgie weiterhin ein wertvoller Bestandteil der Behandlung. „Insbesondere bei follikulären Geschwülsten in der Schilddrüse, ist nach wie vor eine vollständige histologische Aufarbeitung erforderlich“, betonte Vorländer.+++

 

 

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