Dr. med. Karsten Milek, Diabetologe, erinnerte, dass die Zahl der kindlichen Diabetiker stetig wächst. „Die Kinder bewegen sich zu wenig, nach wie vor fällt als erstes der Sportunterricht an den Schulen aus und sie spielen viel zu viel am Computer per Internet“, sagt er. Dazu sei Bewegung unnötig! Früher redete man vom Altersdiabetes, und das trifft heute nicht mehr zu. Die Fettsucht ist heute ein Problem, mit dem Kinder quasi selbstverständlich groß werden, während man sich früher noch zu Spiel und Sport verabredete (und sich dabei natürlich bewegte).

In Bezug auf die Flüchtlingskinder wird man nur beobachten können, wie sich die Kinder innerhalb der deutschen Atmosphäre entwickeln werden. „Ich betreue ein Haus mit Flüchtlingen. Was hier jetzt aber ein Problem ist, ist der Gestationsdiabetes der Mütter“, stelle er klar.

Dr. med. Richard Daikeler, Mannheim, berichtete, dass für 1.800 Teilnehmer im Jahr 2017 vollständig ausgefüllte Fragebogen des Diabetes-Risikochecks vorlagen und davon 39% davon übergewichtig waren. 76% hatten eine Insulinresistenz. Der Blutdruck war bei 42% erhöht.

„Die Hauptrisikofaktoren sind also in der durchschnittlichen Bevölkerungsstichprobe während solch einer Einkaufsaktion nicht unerheblich vertreten“, sagte Daikeler. Überträgt man diese Ergebnisse auf die Allgemeinbevölkerung, heißt das, dass sich jeder zweite Mensch in der Entwicklung zum Menschen mit Typ-2-Diabetes befindet!

Diabetes ist eine Volkskrankheit und betrifft derzeit 10% der deutschen Bevölkerung. Von den schon diagnostizierten Menschen mit Typ-2-Diabetes war nur jeder fünfte normalgewichtig (mehr als 40% waren übergewichtig, fast 60% hatten einen zu hohen Taillenumfang). Die „Einstellungsgüte“ der Patienten, die in Bezug auf ihren Diabetes behandelt werden, ist leider auch nicht besonders:

41% lagen nicht im Zielbereich von Gesünder unter 7, sondern ihr Langzeitblutzuckerwert war höher als 7! Außerdem hatten 76% der Teilnehmer mit Typ-2-Diabetes einen LDL-Cholesterinwert über 70 mg/dl. „Das heißt 3 von 4 Patienten, die behandelt werden, befinden sich nicht im Zielbereich ihres Cholesterinwerts“, erklärte Daikeler und erinnerte daran, was solche Gefäßschäden für einen Diabetiker zusätzlich bedeuten können (Schlaganfall-Risiko!)

Quelle: Pressekonferenz „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 plus“, Schlosspark-Center Schwerin (NM)

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